Radsport-Wetten 2026

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 17, 2026 · Verifiziert gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026

Eine Landstraße zwischen Feldern im Morgenlicht, am Straßenrand lehnt ein Rennrad ohne Aufschrift an einem Pfosten.
Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907).

Radsport ist eine eigene Disziplin im Wettprogramm, kein Anhängsel des Fußballs. Bühnen sind Eintagesrennen mit jahrzehntealter Geschichte, dreiwöchige Rundfahrten wie die Tour de France und die UCI WorldTour mit ihrem Rennkalender über die Saison. Wer auf Radsport wetten will, muss in Deutschland zuerst eine Frage beantworten, die bei jeder anderen Sportart genauso gilt: Ist der Anbieter überhaupt auf der Whitelist der GGL? Erst danach reden Quoten, Märkte und Bonusbedingungen mit.

Die Tour de France entscheidet sich über drei Wochen, nicht über ein einzelnes Spiel. Eine Etappe ist ungefähr vergleichbar mit einem Fußballspiel, die Gesamtwertung eher mit einer Meisterschaft. Dieser Unterschied prägt das Wettangebot mehr als jede Werbung: Wer Etappensieger tippt, sucht andere Quoten als derjenige, der auf das Podium nach Paris setzt. Und wer live während der Anfahrt zur Alpe d’Huez wetten will, stößt in Deutschland an eine gesetzliche Grenze: Livewetten sind nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse erlaubt.

Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis stehen für Radsport-Wetten bereit. Alle tragen eine GGL-Sportwetten-Genehmigung; was sie im Radsport konkret anbieten, hängt vom eigenen Wettprogramm ab. Wer bei einem Anbieter Trikots, Mannschaften oder spezielle Etappenmärkte vermisst, prüft das vor der Wette im Wettprogramm selbst.

Der Radsport-Kalender: von Eintagesrennen bis Grand Tour

Radsport umfasst mehr als Straßenrennen: Bahn, Mountainbike, Cyclocross, BMX und Hallenrad-Disziplinen wie Kunstradfahren und Radball gehören dazu. Für die meisten Wettanbieter zählt jedoch vor allem der Straßenradsport mit seinen Eintagesklassikern und Etappenrennen.

Ein Rennradlenker mit Sattel aus der Nähe, im Hintergrund unscharf eine Bergstraße mit Serpentinen.
Die Tour de France wurde erstmals 1903 ausgetragen, Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris; Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO).

Die Frühjahrsklassiker prägen die erste Hälfte der Saison. Mailand–San Remo wird seit 1907 ausgetragen, Paris–Roubaix seit 1896 und Lüttich–Bastogne–Lüttich seit 1892. Diese Rennen haben feste Austragungstermine, in der Regel von März bis April. Wer auf diese Klassiker wetten will, findet bei den meisten Anbietern vor allem Siegerwetten, manchmal auch Head-to-Head-Duelle zwischen den favorisierten Fahrern.

Die UCI WorldTour bildet das Rückgrat des Profi-Kalenders und wird seit 2011 vom Weltverband UCI ausgetragen, als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour. Sie umfasst 36 Rennen über die Saison. Etappenrennen wie die Tour de France, der Giro d’Italia und die Vuelta a España sind nicht Teil der WorldTour im engeren Sinne, werden aber zur selben Saison gezählt und ähnlich umfangreich vermarktet.

Die Tour de France ist das prominenteste Rennen im Kalender. Sie wurde erstmals 1903 ausgetragen, der Start damals am 1. Juli in Montgeron bei Paris; veranstaltet wird sie seit 1992 von der Amaury Sport Organisation (ASO). In der Regel stehen rund zwanzig Etappen auf dem Programm, der Grand Départ wandert zwischen Ländern. An der Tour nehmen etwa 21 bis 22 Profimannschaften teil, darunter 18 UCI WorldTeams, mit jeweils acht Fahrern.

Die Trikotwertungen prägen das Bild der Tour: Das Gelbe Trikot steht für den Gesamtsieg und wurde 1919 eingeführt, das Gepunktete für die Bergwertung, das Grüne für die Punktewertung, das Weiße für die Nachwuchsfahrer. Wer auf Trikots wettet, tippt nicht auf das Ende des Rennens, sondern auf einen Wettbewerb, der sich parallel über die Etappen aufbaut. Fünf Fahrer haben die Tour jeweils fünfmal gewonnen: Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar. Pogačar siegte 2020, 2021 und erneut von 2024 bis 2026.

Wer seinen Wettkalender aufbauen will, braucht ein Grundverständnis dieser Struktur: Klassiker im Frühjahr, WorldTour-Rennen über die Saison, Grand Tours im Sommer (Giro, Tour, Vuelta). Die längeren Etappenrennen bieten die meisten Märkte, die Eintagesrennen sind überschaubarer, dafür oft mit Außenseiterchancen.

Welche Wettarten es beim Radsport gibt

Wer auf Radsport wettet, tippt je nach Rennen auf unterschiedliche Ergebnisse. Bei einem Eintagesrennen wie Mailand–San Remo geht es vor allem um den Sieger und gelegentlich um Podiumsplätze. Bei Grand Tours wie der Tour de France öffnen sich die Märkte deutlich.

Die üblichsten Wettarten sind:

Bei den meisten Anbietern öffnen sich diese Märkte zeitlich gestaffelt. Die Quoten für den Gesamtsieger stehen oft Monate vor dem Grand Départ fest und sinken mit Fortschreiten des Rennens. Etappensieger-Quoten gibt es häufig erst am Vorabend oder am Morgen der Etappe, bei Livewetten während der Etappe sind diese Märkte in Deutschland allerdings eingeschränkt.

Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps zu einer Gesamtquote. Bei einer Etappensieger-Quote von 4,00 und einer Gesamtsieger-Quote von 6,00 ergibt sich eine Kombiquote von 24,00. Was eine Wette bei dieser Quote einbringt, hält das nächste Kapitel fest.

Wie Quoten funktionieren: Auszahlung und Marge

Die Quote ist das eine, die Marge das andere. Bei einer Quote von 8,00 auf einen Gesamtsieg multipliziert der Einsatz mit der Quote die Auszahlung im Erfolgsfall. Wer 5 € setzt, erhält bei einem Sieg 40 € zurück, davon 5 € Einsatz und 35 € Nettogewinn. Wer auf 10 Kombiquoten setzt und 1 € wagt, bekommt maximal 10 € ausbezahlt, falls jede einzelne Voraussetzung eintrifft. Was die Wette im Erfolgsfall zurückzahlt, sagt allein die Quote, inklusive des Einsatzes.

Die Marge ist das, was der Buchmacher unabhängig vom Ausgang behält. Wenn ein Zweier-Markt bei einem Etappensieg mit den Quoten 1,90 und 1,90 angeboten wird, ergibt sich rechnerisch eine Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) von 95,0 Prozent und eine Marge von rund 5,0 Prozent. Das bedeutet: Von jedem Euro, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter im statistischen Mittel 95,0 Cent an die Wettenden zurück und behält 5,0 Cent als Gewinn. Anders gesagt liegt die faire Auszahlungsquote für ein perfektes Buch bei 100 Prozent; jede Differenz nach unten ist die Marge des Anbieters. Wer das mit echten Buchmacherquoten vergleicht, sieht: 1,90/1,90 ist ein gängiger Wert im deutschen Wettmarkt bei stark frequentierten Märkten. Bei Randsportarten und exotischen Märkten liegt die Marge typischerweise deutlich höher, oft im Bereich von acht bis zwölf Prozent.

Wichtig ist die Perspektive: Die Marge ist kein Tribut, den eine einzelne Wette kostet, sondern ein statistischer Mittelwert über sehr viele Wetten. Eine einzelne Wette gewinnt oder verliert nach ihrer eigenen Quote. Aber je höher die durchschnittliche Marge des Marktes ist, desto schwerer wiegt der langfristige Effekt. Wer viele Radsport-Wetten abschließt, achtet eher auf die Marge als auf den einzelnen Bonusschein.

Eine zusätzliche Größe ist die Wettsteuer. In Deutschland fällt auf Sportwetten die Sportwettensteuer nach den §§ 16–25 des Rennwett- und Lotteriengesetzes an, geregelt mit 5,3 Prozent auf den um die Steuer geminderten Einsatz; das entspricht rechnerisch rund 5,03 Prozent des tatsächlich eingezahlten Betrags. Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie ein Anbieter sie an die Kunden weitergibt, ist eine Frage seiner Geschäftspolitik: Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt von der Quote ab, andere tragen sie selbst und werben mit „0 % Wettsteuer“. Das ist kein Geschenk des Anbieters, sondern eine Frage der Quotenstruktur. Wer eine 2,00-Quote bei einem Anbieter mit Steuerabzug sieht und eine 1,90-Quote bei einem Anbieter ohne Steuerabzug, vergleicht zwei verschiedene Dinge; aussagekräftig ist nur der Blick auf die Quote, die am Ende auf dem Wettschein steht.

Livewetten beim Radsport: was erlaubt ist

Livewetten sind Wetten, die während eines laufenden Rennens abgeschlossen werden. In Deutschland sind sie nach § 21 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags stark eingeschränkt: Erlaubt sind sie nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse innerhalb des Rennens.

Was das für den Radsport bedeutet: Während die Fahrer unterwegs sind, dürfen lizenzierte Anbieter nur sehr eingeschränkt Live-Märkte anbieten. Welcher Fahrer gewinnt die laufende Etappe? In der Regel nicht erlaubt. Welcher Fahrer gewinnt das nächste Zwischensprint oder die nächste Bergwertung? Seltene Ereignisse im Sinne der Regelung, aber die Einordnung hängt von der Praxis der GGL ab. Wer das Endergebnis vor dem Zieleinlauf tippen will, kann während des Rennens eine Wette auf den Gesamtsieger platzieren, sofern das Rennen noch läuft und das Ende nicht feststeht. Wer auf kleine, taktische Ereignisse mitten in der Etappe wetten will, stößt bei deutschen Anbietern typischerweise an die Grenze des Erlaubten.

Cash-out gehört nicht zu den Livewetten im engeren Sinn der Regulierung. Cash-out bedeutet, dass der Anbieter die Wette vorzeitig zu einem bestimmten Wert zurückkauft. Das ist kein regulatorisch verbotenes Feature, sondern eine Funktion, die jeder Anbieter nach eigenem Ermessen anbietet. Bei Betway etwa erscheint das grüne Cash-out-Symbol unter „Meine Wetten“, der aktuelle Wert der Wette wird angezeigt und der Spieler kann entscheiden, ob er die Wette ganz oder teilweise auszahlen lässt. Ob Cash-out für eine bestimmte Wette verfügbar ist, hängt von Markt und Zeitpunkt ab; nicht jede Wette ist jederzeit auszahlbar.

Was offline abläuft, ist die andere Hälfte: Wer die GGL-Whitelist verlassen hat und bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, findet dort oft ein deutlich breiteres Livewettenangebot, inklusive exotischer Märkte auf Zwischensprints, Attacke in der Bergwertung oder Ausreißergruppen. Die GGL warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten und nennt in einer Meldung vom 17. September 2026 beispielhaft Plattformen wie Platincasino. Bei einem unerlaubten Anbieter greifen weder OASIS noch die deutsche Einzahlungsgrenze; ein Rechtsweg vor deutschen Gerichten ist nur eingeschränkt möglich. Zudem prüft derzeit der Europäische Gerichtshof auf Vorlage des Bundesgerichtshofs (Az. I ZR 90/23), unter welchen Bedingungen Spieler verlorene Einsätze von einem nicht lizenzierten Anbieter zurückfordern können. Ein EuGH-Generalanwalt hält dies grundsätzlich für möglich. Das ist keine Garantie für eine Rückzahlung, sondern eine offene rechtliche Frage.

Die Rechtslage: GGL, Whitelist und OASIS

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist die Aufsichtsbehörde für Sportwetten in Deutschland. Sie hat ihren Sitz in Halle (Saale) und ist seit dem 1. Juli 2021 nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 zuständig. Die GGL erteilt die Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV, überwacht die Anbieter und kann bei Verstößen Bußgelder verhängen. Die Wettsteuer selbst wird vom Finanzamt erhoben, nicht von der GGL.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einer Trinkflasche und einem Stift auf einem Tisch.
Die UCI WorldTour wird seit dem Jahr 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour.

Der entscheidende Lackmustest für eine legale Anbieterseite ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Auf der Liste stehen ausnahmslos .de-Domains, aber eine .de-Domain allein beweist nichts; die Aufnahme auf der Whitelist ist die einzige verlässliche Auskunft.

Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre. Die Whitelist führt nur das Datum der Erteilung; ein Enddatum wird nicht ausgewiesen. Wer auf der Liste steht, darf auf der dort genannten Domain Sportwetten anbieten; weitere Domains desselben Inhabers fallen nicht automatisch unter dieselbe Erlaubnis. Slots, Poker oder Casino-Lizenzen desselben Inhabers sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln; sie decken nicht das Sportwettangebot ab.

Was darf gewettet werden? Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt fixe Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Teils davon und auf Vorkommnisse innerhalb dieses Ereignisses, einzeln oder in Kombination (§ 21 Abs. 1). Erlaubt sind nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm genehmigt hat (§ 21 Abs. 5). Verboten sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Soziale oder politische Ereignisse sind kein zulässiger Wettgegenstand. Auf E-Sport-Wetten verzichten lizenzierte Anbieter in Deutschland: Die GGL erkennt E-Sport nicht als Sport an, sodass keine deutsche E-Sport-Wett-Erlaubnis existiert.

Spielerschutz: Teilnahme ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ein Konto mit vollständiger Verifizierung (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter maximal 72 Stunden lang mit einem Einzahlungslimit von 100 € spielen lassen, ohne Auszahlungen. Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter darf für einzelne Spieler ein höheres Limit setzen (bis 10.000 €, bzw. 10.000–30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler), aber nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, einer Selbsterklärung allein genügt nicht. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.

Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern gleichzeitig ist über die LUGAS-Aktivitätsdatei erkennbar und nach § 6h GlüStV unzulässig. OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem (§§ 8, 8a); es wird bei Registrierung und Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Wer eine kurze Auszeit braucht, kann den Panikbutton nach § 6i Abs. 3 nutzen, der eine sofortige 24-Stunden-Sperre auslöst.

Zahlungen: Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto möglich, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz geführt wird (§ 6b Abs. 4). Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt; darüber wird auch Krypto und anonymer Prepaid-Code für lizenzierte deutsche Anbieter ausgehebelt. Welche konkreten Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen Geschäftsbedingungen. Spieler-Gelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).

Werbung und Boni: Nur Erlaubnisinhaber dürfen für ihre Angebote werben (§ 5 Abs. 7). Der Werbeverbotszeitraum von 6:00 bis 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht aber für Sportwetten. Bei Sportwetten ist Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses im selben Kanal verboten, ebenso Werbung mit aktiven Athleten oder Funktionären und Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus betragsmäßig oder umsatzmäßig begrenzt; Beträge, Umsatz und Mindestquoten stammen allein aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Offshore-Anbieter: Wer aus Deutschland ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Lizenzen aus Curaçao, Anjouan oder Malta haben in Deutschland keine rechtliche Bedeutung. Strafrechtlich kann die Organisation (§ 284 StGB) mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung (§ 284 StGB) mit bis zu einem Jahr geahndet werden; die Teilnahme (§ 285 StGB) ist mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bewehrt, wobei Strafverfolgung gegen einzelne Spieler in der Praxis nicht etabliert ist. Die GGL kann Verbots- und Zahlungs- sowie Netzsperren anordnen (§ 9). Vor deutschen Zivilgerichten haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis in mehreren Fällen bereits verlorene Einsätze zurückzahlen müssen; die Frage liegt nun beim Europäischen Gerichtshof. Eine Rückzahlung ist Einzelfall und kein Versprechen.

Spielerschutz beim Radsport: was langen Rundfahrten eigen ist

Der Spielerschutz ist beim Radsport nicht komplizierter als bei anderen Sportarten, aber seine Eigenheiten ergeben sich aus der Struktur des Wettens. Drei Aspekte verdienen Aufmerksamkeit.

Die 1.000-€-Grenze pro Monat ist nicht pro Anbieter, sondern über alle Anbieter hinweg kumuliert. Wer bei vier lizenzierten Anbietern je 250 € einzahlt, hat das Limit bereits ausgeschöpft. Bei einer Tour de France über drei Wochen und mehreren Etappenwetten pro Tag summieren sich die Einsätze schneller als bei einmaligen Spielen eines Fußball-Bundesliga-Spieltags. Wer die Tour aktiv begleitet, sollte das Monatsbudget im Blick behalten.

OASIS fragt bei Registrierung und Login ab. Wer sich für eine Selbstsperre entschieden hat, kommt nicht mehr in ein Konto; eine Rücknahme ist erst nach Ablauf der Sperrdauer möglich. Im Radsport sind die Sperrgründe dieselben wie überall: unkontrolliertes Spiel, Spiel zur Schuldenregulierung, Spiel statt Arbeit. Wer bei sich selbst die Tendenz bemerkt, ist mit einer Selbstsperre besser bedient als mit dem Versprechen, es beim nächsten Mal anders zu machen.

Die Verifizierung läuft über ein Konto pro Anbieter. Das ist im Radsport-Alltag selten ein Problem, weil Radsport-Wetter meist ohnehin nur bei einem oder zwei Anbietern spielen. Wer allerdings neben dem Radsport auch auf andere Sportarten oder Casino-Spiele zugreift, kann an der einen oder anderen Stelle den Bedarf mehrerer Konten verspüren und an die Regelung der Aktivitätsdatei stoßen. Eine Drittanbieter-Sperre (Parallelkonto) kann schnell zur Sperre bei allen führen.

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, ist nicht in OASIS und nicht in der LUGAS-Limitdatei erfasst. Das ist praktisch ein höheres Limit, aber auch ein geringerer Schutz im Krisenfall. Die GGL hat dazu eine klare Haltung und warnt Verbraucher vor illegalen Angeboten.

Die zehn GGL-lizenzierten Anbieter im Vergleich

Die folgende Übersicht nennt zehn Anbieter mit deutscher GGL-Sportwetten-Erlaubnis nach dem Stand der Whitelist vom 2. Oktober 2026. Die Tabelle führt die Marke, den Status auf der Whitelist und das Datum der Ersterlaubnis auf. Die im Anschluss folgenden Einzelanalysen gehen auf das Radsport-Angebot und die Eigenheiten jedes Anbieters ein.

Marke GGL-Whitelist (Sportwetten) Erlaubnis seit
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag, Inhaber NetX Betting Limited 19.11.2020
AdmiralBet Whitelist-Eintrag, Inhaber Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
ODDSET Whitelist-Erlaubnis erteilt vom Regierungspräsidium Darmstadt, Inhaber Oddset Sportwetten GmbH; Aufsicht GGL 18.11.2020
bwin Whitelist-Eintrag, Inhaber bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway Whitelist-Eintrag, Inhaber Betway Limited 09.03.2021
MERKUR BETS Whitelist-Eintrag, Inhaber Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
NEO.bet Whitelist-Eintrag, Inhaber Greenvest Betting Limited 09.10.2020
bet365 Whitelist-Eintrag, Inhaber Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
Interwetten Whitelist-Eintrag, Inhaber Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
Bet3000 Whitelist-Eintrag, Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026

Bei den Daten handelt es sich um das in der Whitelist genannte Erstdatum der Erlaubnis; Folgedatum und Folgeerlaubnisse sind jeweils in der Übersicht der GGL ausgewiesen und nicht Gegenstand dieser Tabelle. Eine Übersicht dieser Art trägt nur Lizenzinformationen; sie ersetzt nicht den Blick ins aktuelle Wettprogramm, in dem der Radsport-Markt eines Anbieters erst konkret sichtbar wird.

Sportwetten.de

Sportwetten.de wird in der GGL-Whitelist unter dem Inhaber NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta geführt. Die Erlaubnis wurde am 19. November 2020 erteilt. Der Anbieter gehört damit zu den ersten lizenzierten Marken in Deutschland, noch unter dem alten Konzessionsregime, und ist im deutschen Markt mit dem Namen der Domain selbst aktiv.

Im Radsport bewegt sich Sportwetten.de im Rahmen des üblichen Wettprogramms. Anwender finden vor allem Siegerwetten und Podiumswetten zu den großen Rundfahrten; in welcher Tiefe Etappenmärkte und Trikotwertungen angeboten werden, ist im Wettprogramm selbst zu prüfen. Für Radsport-Wetter, die einen einfachen Marktzugang schätzen, ist der Anbieter eine unauffällige Größe.

Wem der Blick auf das Wettprogramm wichtig ist, prüft vor einer größeren Tour die Liste der angebotenen Märkte. Wer nur Gesamtsieger tippt, ist mit dem Anbieter in der Regel bedient; wer Etappen für sich spielen will, sollte die Verfügbarkeit prüfen, bevor er sich für ein Konto entscheidet.

AdmiralBet

AdmiralBet gehört zur Greentube-Gruppe mit Sitz in Malta und ist seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist mit einer Sportwetten-Erlaubnis. Es folgten Folgeerlaubnisse am 13. Dezember 2022 und am 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf einer eigenen Domain besteht eine zusätzliche Erlaubnis seit dem 28. September 2022; diese betrifft das Casino-Angebot und nicht das Sportwettenangebot.

Das Radsport-Angebot bei AdmiralBet hängt von der Saisonalität ab. Eintagesrennen wie Mailand–San Remo oder die Frühjahrsklassiker sind nicht bei allen Anbietern gleich umfangreich abgedeckt. Wer auf einzelne Klassiker wetten will, sollte das Programm prüfen. Bei den Grand Tours ist die Marktabdeckung üblicherweise dichter.

Wer einen Anbieter schätzt, der mit seiner Erlaubnis bereits über mehrere Jahre geht und entsprechend gefestigt wirkt, ist bei AdmiralBet im üblichen Rahmen. Spezielle Radsport-Stärken oder -Schwächen gegenüber den Mitbewerbern sind aus der Whitelist nicht abzuleiten; sie zeigen sich im Quotenvergleich und im konkreten Marktangebot.

ODDSET

ODDSET wird vom Regierungspräsidium Darmstadt über das in den deutschen Föderalismus eingebettete Verfahren zugelassen, mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL); Inhaber ist die Oddset Sportwetten GmbH. Die Ersterlaubnis datiert vom 18. November 2020.

ODDSET war lange ein klassischer Anbieter im stationären Vertrieb und ist in dieser Hinsicht traditionsreicher als reine Online-Marken. Das Radsport-Programm bildet typischerweise die großen Rundfahrten ab. Für Nutzer, die in der Annahmestelle gewettet haben und nun online spielen, bietet ODDSET einen gewohnten Übergang.

Im Vergleich zu digitalen Pionieren wie bwin oder bet365 ist ODDSET vom Auftritt her nüchterner; das schlägt sich allerdings nicht zwingend in einer geringeren Radsport-Tiefe nieder. Wer auf die Marke vertraut und einen lokal verwurzelten Anbieter sucht, ist hier richtig.

bwin

bwin wird auf der Whitelist unter der bwin (Deutschland) Limited in Gzira, Malta geführt, mit der Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die Marke ist im deutschen Sportwettenmarkt eine der sichtbarsten.

Beim Radsport ist bwin üblicherweise breit aufgestellt. Siegerwetten zu großen Rundfahrten gehören zum Standard; Etappenmärkte sind in der Regel zumindest zu den Profilrennen verfügbar. Wer auf den Gesamtsieger einer Grand Tour setzt, findet bei bwin erfahrungsgemäß eine breite Auswahl an Fahrern mit Quote.

Die Quote selbst hängt von der Margin des Marktes ab, wie im Quoten-Kapitel oben dargestellt. Wer bwin mit anderen Anbietern vergleicht, sollte die Quoten für ein konkretes Rennen heranziehen, nicht den Bonus. Die Stoßrichtung von Werbeaussagen zur Quotenstärke ist nicht zuverlässig; was zählt, ist die Quote auf dem Wettschein.

Betway

Betway ist seit dem 9. März 2021 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaber ist die Betway Limited. Eine Folgeerlaubnis datiert auf den 23. Dezember 2022. Die Marke richtet sich auch an Sportarten, in denen die Nische wichtig ist; ein Fußball-Wettkonfigurator namens Konfigurator+ gehört zum Angebot und kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien.

Beim Radsport ist Betway nicht für besondere Spezialmärkte bekannt, bietet aber Siegerwetten zu den großen Rundfahrten an. Bei Livewetten ist das deutsche Livewetten-Regime zu beachten, das auch für Betway gilt: Märkte auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse.

Ein Vorteil von Betway ist der Cash-out-Mechanismus. Das grüne Cash-out-Symbol erscheint unter „Meine Wetten“, der aktuelle Wert der Wette wird angezeigt, und der Spieler kann den Betrag ganz oder teilweise auszahlen lassen. Das ist eine Hilfe, wenn sich ein Rennen anders entwickelt als geplant. Die Verfügbarkeit ist abhängig von Markt und Zeitpunkt.

MERKUR BETS

MERKUR BETS wird von der Merkur Bets Malta Limited betrieben, mit Sitz in St. Julian’s, Malta. Die GGL-Whitelist führt die Marke mit der Erlaubnis seit dem 6. November 2023; sie ist damit eine der jüngeren Lizenzen.

Im Radsport gehört MERKUR BETS zum Kreis der Anbieter, dessen Programm je nach Saison variiert. Für eine erste Tour de France nach der Lizenzerteilung im November 2023 war die Saison 2024 die erste vollständige unter deutscher Erlaubnis. Nutzer, die den Anbieter für Radsport testen wollen, sollten die Marktabdeckung für das aktuelle Jahr direkt im Wettprogramm prüfen.

Die Marke ist Teil der Merkur-Gruppe, die im deutschen Glücksspielmarkt traditionell über Spielhallen und Automatenspiele präsent ist. Diese Verwurzelung hilft im Sportwettenbereich weniger als bei Slots; sie erklärt aber das vergleichsweise junge Datum der Erlaubnis für den Online-Sportwettenbereich.

NEO.bet

NEO.bet tritt unter der Greenvest Betting Limited auf, mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Die Marke positioniert sich als digitale Wettplattform und weniger als stationäre Traditionsmarke.

Im Radsport bietet NEO.bet die üblichen Märkte zu den großen Rundfahrten. Der Anbieter richtet sich mit seinem Webauftritt vor allem an den Online-Kunden; eine eigene Annahmestellen-Logik sucht man hier vergeblich.

Für Nutzer, denen ein eigenes Bonus- oder Quotenkonzept wichtig ist, lohnt sich ein Blick in die AGB. Die Quoten selbst sind nicht pauschal besser oder schlechter als bei Mitbewerbern; was zählt, ist die Differenz in einem konkreten Markt, und die kann sich mit jeder Etappe neu verschieben.

bet365

bet365 wird über die Hillside (Europe) ENC in Ta’Xbiex, Malta betrieben und ist seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die Marke ist international eine der größten im Sportwettenmarkt.

Im Radsport ist bet365 üblicherweise stark vertreten. Das betrifft sowohl die Breite der Märkte (Sieger, Etappen, Trikots, Head-to-Head) als auch die Tiefe der Quoten. Wer eine breite Marktabdeckung schätzt, ist hier häufig richtig.

Zu beachten ist, dass die Wettsteuer auch bei bet365 anfällt, der Anbieter aber unter bestimmten Bedingungen die Steuer trägt; die genauen Bedingungen veröffentlicht bet365 in den Geschäftsbedingungen. Wer die Quoten vergleicht, achtet darauf, was effektiv auf dem Wettschein steht.

Interwetten

Interwetten wird von der Interwetten Gaming Limited in Sliema, Malta betrieben und ist seit dem 2. November 2020 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist, mit Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die Marke gehört zu den etablierten Online-Sportwettenanbietern mit österreichisch-mediterraner Geschichte.

Beim Radsport bedient Interwetten das übliche Spektrum der Grand Tours und wichtiger Eintagesrennen. Die Marktabdeckung ist im Detail zu prüfen, da nicht jeder Anbieter jedes Eintagesrennen gleich gewichtig listet.

Eine Eigenheit von Interwetten ist die längere Markttradition als reine Internetmarke; das schlägt sich in einem tieferen Wettprogramm im Fußball nieder. Im Radsport sind die Unterschiede gegenüber Mitbewerbern weniger deutlich.

Bet3000

Bet3000 tritt unter der I.B.C. Sportsbetting Limited in Sliema, Malta auf. Die Whitelist führt die Marke mit Erlaubnis seit dem 22. April 2026, also mit dem jüngsten Datum der hier genannten Anbieter. Bet3000 ist damit ein vergleichsweise später Zugang zum deutschen Lizenzmarkt.

Im Radsport steht Bet3000 vor der Aufgabe, das Wettprogramm unter deutscher Lizenz aufzubauen. Für die erste vollständige Saison unter GGL-Erlaubnis lohnt sich ein Blick ins aktuelle Programm; ob die Marktabdeckung bei den Grand Tours bereits an die der etablierteren Mitbewerber heranreicht, ist offen.

Wer einen Anbieter mit kurzer deutscher Geschichte unter Lizenz sucht, weil ihn die Historie weniger interessiert, findet bei Bet3000 eine Option. Wer auf eine breite Marktvielfalt angewiesen ist, sollte vor Kontoeröffnung das Programm prüfen.

Wie eine Wette konkret ausfällt: Rechenbeispiele

Eine Einzelwette mit Quote und Einsatz zu rechnen ist einfach. Die Auszahlung im Erfolgsfall ist Einsatz × Quote; der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1).

Beispiele:

Eine Kombiwette multipliziert die Einzel-Quoten. Kombiniert jemand Etappensieger (4,00) und Gesamtsieger (6,00) zu einer Kombiwette und setzt 1 €, ist die Gesamtquote 24,00. Im Erfolgsfall gibt es 24 € zurück, im Misserfolg ist der Einsatz weg. Kombiwetten erhöhen also den möglichen Gewinn bei kleinerem Einsatz, aber auch das Risiko: Jede einzelne Bedingung muss eintreffen.

Die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent wird vom Veranstalter geschuldet. Wenn ein Anbieter sie direkt vom Bruttoeinsatz abzieht, ist die Rechnung leicht anders: Bei einem Bruttoeinsatz von 10 € und einer Quote von 2,00 ohne Steuerabzug würde man 20 € ausgezahlt bekommen; zieht der Anbieter die Steuer vorher vom Einsatz ab (rund 0,48 €), verringert sich der Einsatz entsprechend, und die Auszahlung sinkt leicht. Welche Auswirkung das auf eine konkrete Wette hat, hängt davon ab, wie der jeweilige Anbieter die Steuer behandelt. Wer das vergleichen will, rechnet am besten mit der Quote, die effektiv auf dem Wettschein steht, also mit der Auszahlung, die am Ende ausgezahlt wird.

Was eine Wette wert ist, lässt sich auf diese Weise für jeden Tipp einzeln bestimmen. Der langfristige Erfolg hängt davon ab, ob die Quote den Ausgang wahrscheinlich genug bewertet, dass der Wettende über viele Wetten einen Überschuss erzielt. Das ist die zentrale Frage für jeden, der Sportwetten als mehr als bloßen Zeitvertreib betreibt.

Was die Marge für den Wettenden bedeutet

Die Marge, die der Buchmacher auf jeden Markt legt, ist die wichtigste Kennzahl, an der sich die Rentabilität einer Wettstrategie entscheidet. Ein Markt mit einer Marge von 5,3 Prozent ist vergleichsweise scharf; ein Markt mit 8 Prozent ist deutlich teurer; ein Markt mit 12 Prozent ist nur noch für Spezialfälle sinnvoll.

Berechnungsbeispiel: Bei einem Zweier-Markt mit Quoten 1,90 und 1,90 ergibt sich rechnerisch eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1,9 + 1/1,9) ≈ 95 Prozent, was einer Marge von etwa 5 Prozent entspricht. Bei Quoten 1,85 und 1,85 ergibt sich rechnerisch eine Auszahlungsquote von rund 92,5 Prozent, also eine Marge von etwa 7,5 Prozent. Bei Quoten 1,80 und 1,80 sind es rund 90 Prozent Auszahlung und 10 Prozent Marge. Die Auszahlungsquote ist also der Anteil der Einsätze, der im Mittel an die Wettenden zurückfließt; die Marge ist das, was der Anbieter im Mittel behält.

In der Praxis heißt das: Wer auf einem Markt mit 1,90/1,90 spielt, muss im statistischen Mittel 5 Prozent seines Einsatzes an den Anbieter abgeben, unabhängig davon, welche Seite er wählt. Das ist der Preis für das Wetten und nicht vermeidbar.

Konsequenz für den Wettenden: Wer viele Wetten abschließt, sollte bevorzugt auf Märkten mit niedriger Marge wetten. Das sind in der Regel die Hauptmärkte der Hauptmärkte (Sieger großer Rennen, Gesamtsieger) und nicht die exotischen Märkte. Wer auf Sieger einer Etappe wettet, zahlt typischerweise weniger Marge als auf „nächster Zwischensprint“ oder „erster Sturz“. Allerdings ist die Marge nicht in jedem Markt konstant, und nicht jeder Anbieter hat in jedem Markt dieselbe Marge.

Eine ehrliche Leseart hilft: Wer auf das Werbematerial eines Anbieters mit „beste Quoten“ trifft, sollte sich fragen, auf welche Märkte sich das bezieht. Eine pauschale Aussage zur Quotenstärke lässt sich nicht verallgemeinern, sondern muss am konkreten Markt geprüft werden.

Worauf beim Bonus zu achten ist

Ein Willkommensbonus oder ein Freiwetten-Angebot ist nichts grundsätzlich Schlechtes, aber auch nichts grundsätzlich Gutes. Was zählt, sind die Bedingungen. Drei Punkte verdienen Aufmerksamkeit:

Erstens: Wie oft muss der Bonus umgesetzt werden? Manche Anbieter verlangen einen einfachen Umsatz des Bonus, andere verlangen das Dreifache oder mehr. Wer einen 100-€-Bonus mit fünffachem Umsatz erhält, muss 500 € an Wetten platzieren, bevor der Bonus als ausgezahltes Geld gilt.

Zweitens: Welche Mindestquote gilt? Wetten unterhalb der Mindestquote zählen oft nicht zum Umsatz. Eine Mindestquote von 1,80 schließt Wetten mit Quote 1,50 aus. Wer auf klare Außenseiter setzt, fällt möglicherweise durch das Raster.

Drittens: Wie lange gilt das Angebot? Eine 30-Tage-Frist ist im deutschen Markt eher knapp; 90 Tage sind großzügiger. Wer das Angebot nicht innerhalb der Frist nutzt, verliert es.

Nicht alle Bedingungen sind auf den ersten Blick sichtbar: Manche Anbieter schließen Kombiwetten aus, andere nur Einzelwetten, manche nur Wetten auf bestimmte Sportarten. Wer sich vor einer Wette nicht schlau macht, läuft Gefahr, den Bonus zu verlieren, obwohl er ihn genutzt hat.

Eine Konsequenz hat nichts mit dem Anbieter zu tun: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wette das richtige Ergebnis hat, hängt nicht vom Bonus ab. Wer einen Bonus mitnimmt und dabei Wetten platziert, die er auch ohne den Bonus nicht platziert hätte, gewinnt statistisch eher weniger. Bonusbedingungen sind Marketing, kein Geschenk.

Was bei Ein- und Auszahlungen zu beachten ist

Die Einzahlung läuft über ein Konto, das auf den Namen des Spielers lautet. Kreditkarte, Banküberweisung, Sofort-Überweisung, PayPal und ähnliche Zahlungsmittel sind je nach Anbieter verfügbar. Wer eine Einzahlung mit einer Kreditkarte eines Dritten vornehmen will, scheitert an der Regelung; dieselbe Zahlung muss vom eigenen Konto kommen.

Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € gilt über alle Anbieter. Wer bei Anbietern auf der Whitelist spielt und das Limit erhöhen will, braucht einen Antrag mit wirtschaftlichem Nachweis; die Bedingungen sind in § 6c Abs. 1 GlüStV geregelt und reichen bis 30.000 € für maximal ein Prozent der aktiven Spieler. Wer keinen Nachweis erbringt, bleibt bei 1.000 € pro Monat.

Auszahlungen laufen auf das bei der Verifizierung hinterlegte Konto. Spieler-Gelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; eine Kontoschließung muss innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt werden. Das ist eine der sichtbaren Stärken lizenzierter Anbieter.

Wer bei der Auszahlung Schwierigkeiten hat, etwa wegen fehlender Verifizierung oder wegen einer Bonusklausel, sollte sich direkt an den Anbieter-Kundenservice wenden. Wer dort nicht weiterkommt, kann sich an die GGL wenden. Bei unerlaubten Anbietern ist dieser Weg versperrt.

Wo es Reibung gibt: typische Stolpersteine

Verifizierung: Bevor das Konto vollständig nutzbar ist, will die Verifizierung über einen Ausweis und eine Adressbestätigung laufen. Das kann wenige Stunden, bei Auforderung zusätzlicher Dokumente auch mehrere Tage dauern. Wer erst kurz vor einem Rennen einzahlen will und sich dann verifizieren lässt, kann den Start verpassen.

Livewetten-Einschränkungen: Wer daran gewöhnt ist, bei anderen Sportarten während des Spiels viele Märkte zu sehen, wird beim Radsport enttäuscht. In Deutschland sind Livewetten während des Rennens stark eingeschränkt. Wer auf schnelle Tippänderungen aus ist, ist hier an der falschen Stelle.

Bonusklauseln: Wer eine Einzahlung mit Bonus tätigt, sollte die Bonusbedingungen lesen, bevor er die Einzahlung bestätigt. Insbesondere Mindestquote und Frist entscheiden, ob das Angebot praktisch umsetzbar ist.

Eigenwerbung für weniger regulierte Sportarten: Der Radsport hat eigene Wettkalender und eigene Saisonzeiten. Wer neben Radsport noch andere Sportarten verfolgt, sollte sich den Kalender ansehen und wissen, wann welche Märkte öffnen. Gerade Etappenrennen haben Wetten oft erst am Vorabend oder am Morgen der Etappe.

Was auf Seite der Anbieter offiziell anders sein kann

Die Marge ist nicht überall gleich. Wer über zehn lizenzierte Anbieter hinweg vergleicht, sieht typischerweise einige Prozenzpunkte Unterschied in den Hauptmärkten. Wer viele kleine Wetten platziert, achtet auf diese Unterschiede; wer wenige große Wetten macht, kann sie vernachlässigen.

Quoten-Spitze ist ein Marketing-Begriff, der nichts Konkretes sagt. Wer „beste Quoten“ hört, prüft am konkreten Wettschein. Auf einer Seite sieht man 2,05, auf einer anderen 2,10 – das ist der Unterschied, der zählt. Mittelwerte über Tausende von Quoten, die in Marketingstudien berechnet werden, sind methodisch fragwürdig, wenn die Vergleichbarkeit der Märkte nicht dargelegt wird.

Live-Streams: Manche Anbieter bieten Live-Streams bestimmter Rennen im eigenen Kundenkonto an. Wer darauf angewiesen ist, das Rennen zu sehen und gleichzeitig zu wetten, sollte vorab prüfen, ob und welche Rennen übertragen werden. Beim Radsport sind Live-Übertragungen weniger verbreitet als bei Fußball oder Tennis; manche Anbieter zeigen Rennen, andere nicht. Welche Streams konkret verfügbar sind, hängt vom Anbieter ab und ist in dessen Übertragungsübersicht zu finden.

Eigenheiten der Tour de France für Wetter

Die Tour de France ist das größte Rennen des Radsportkalenders und entsprechend am breitesten vermarktet. Drei Eigenheiten verdienen Aufmerksamkeit:

Etappenmärkte: Die Tour dauert rund drei Wochen und hat meist zwanzig Etappen. Auf jede Etappe gibt es eigene Wetten: Tagessieger, Head-to-Head, manchmal auch Trikots nach der Etappe. Wer Tag für Tag tippt, sollte sich auf die Etappen einlassen, die er kennt; eine flache Etappe ist anders zu lesen als eine Bergetappe.

Gesamtwertung: Die Quote auf den Gesamtsieger verändert sich mit jeder Etappe. Wer früh auf einen Außenseiter setzt, kann eine sehr hohe Quote mitnehmen, läuft aber Gefahr, dass der Fahrer ausfällt oder zurückfällt. Wer spät auf einen Favoriten setzt, nimmt eine niedrigere Quote, hat aber mehr Information. Beide Strategien haben ihre Berechtigung; keine ist der anderen überlegen.

Trikotwertungen: Wer auf ein Trikot wettet, tippt einen Parallelwettbewerb. Die Punktewertung (Grünes Trikot) hängt von Etappenplatzierungen und Zwischensprints ab; die Bergwertung (Gepunktetes Trikot) wird über kategorisierte Anstiege entschieden. Diese Märkte reagieren auf Windkanten, Ausreißergruppen und Ausfälle. Wer hier wettet, schaut eher auf die Tagesform der Sprinter und Kletterer als auf die Gesamtwertung.

Etappenrennen zur Tour sind nicht durchgängig verfügbar. Viele Etappenmärkte öffnen am Vorabend oder am Morgen der Etappe. Wer auf eine bestimmte Etappe wetten will, sollte frühzeitig prüfen, ab wann der Markt verfügbar ist. Späte Wetten sind oft mit weniger Quote verbunden, weil der Anbieter die Starter kennt; frühe Wetten auf Listen, die noch nicht final sind, sind mit Unsicherheit verbunden.

Was diese Seite bewusst nicht abdeckt

Diese Seite beschreibt die Rechtslage in Deutschland, die Grundlagen des Radsport-Wettens und zehn lizenzierte Anbieter. Sie macht keine Prognosen über künftige Rennen, keine Tipps und keine Vorhersagen. Wer eine Wette platziert, tut dies auf eigenes Risiko.

Sie druckt keine Aktionscodes, keine Bonus-Codes und keine Promo-Codes. Wer einen Anbieter nutzt, holt sich die Bedingungen direkt beim Anbieter.

Sie bewertet die Anbieter qualitativ und nicht quantitativ. Wer konkrete Quoten vergleichen will, öffnet zwei Wettprogramme nebeneinander.

Sie geht nicht auf Casino-Angebote ein. Wer bei einem Anbieter Slots oder Roulette spielt, findet dort andere Regeln und eine andere Lizenz.

Häufige Fragen zum Radsport-Wetten

Welche deutschen Anbieter sind für Radsport-Wetten offiziell zugelassen?

Die GGL-Whitelist vom 2. Oktober 2026 führt 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, darunter die zehn Anbieter, die in dieser Seite verglichen werden: Sportwetten.de, AdmiralBet, ODDSET, bwin, Betway, MERKUR BETS, NEO.bet, bet365, Interwetten und Bet3000. Auf welcher Domain ein Anbieter jeweils aktiv ist, ist direkt bei der GGL nachzulesen.

Welche Wettarten sind bei der Tour de France üblich?

Bei der Tour de France sind Etappensieger, Gesamtsieger (Gelbes Trikot), Podiumswetten und Trikotwertungen (Grün, Gepunktet, Weiß) die üblichsten Märkte. Manche Anbieter ergänzen Head-to-Head-Duelle zwischen Fahrern, Mannschaftswertungen und Spezialmärkte. Welche Märkte im Programm sind, prüft man am besten vor der jeweiligen Etappe.

Sind Livewetten beim Radsport in Deutschland erlaubt?

In Deutschland sind Livewetten nach § 21 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse im Rennen erlaubt. Märkte auf jeden Zwischensprint oder jede Attacke sind bei lizenzierten Anbietern in der Regel nicht verfügbar. Cash-out ist eine separate Funktion, die je nach Anbieter und Markt separat zur Verfügung steht.

Wie wird eine Wette zu Quote 8,00 mit 5 € Einsatz ausgezahlt?

Bei einer Quote von 8,00 und einem Einsatz von 5 € beträgt die Auszahlung 40 €, aufgeteilt in 5 € Einsatz und 35 € Nettogewinn. Die Sportwettensteuer von 5,3 % wird vom Anbieter geschuldet; ob und wie sie an die Kunden weitergegeben wird, hängt vom Anbieter ab.

Was zeigt die GGL-Whitelist, und warum ist OASIS beim Radsport relevant?

Die GGL-Whitelist nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags führt alle Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis. Der Eintrag in der Whitelist ist die einzige verlässliche Auskunft über eine legale Erlaubnis. OASIS ist das Spielersperrsystem, das die Whitelist-Anbieter bei Registrierung und Login abfragen; wer eine Selbstsperre aktiviert hat, wird nicht mehr zugelassen. Beim Radsport sind die Sperrgründe dieselben wie anderswo, aber die Konsequenzen sind für Rundfahrten mit vielen kleinen Einsetzen über Wochen besonders spürbar.

Wie wirkt die Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Quote?

Die Sportwettensteuer von 5,3 % nach §§ 16–25 RennwLottG wird vom Anbieter geschuldet; sie liegt bei rechnerisch rund 5,03 % des tatsächlich gezahlten Betrags. Zieht der Anbieter sie direkt von der Quote ab, sinkt die effektive Auszahlung; trägt er sie selbst, wirbt er mit „0 % Wettsteuer“, die Quote fällt im Vergleich aber oft etwas niedriger aus. Für den Vergleich zwischen Anbietern zählt die Quote, die am Ende auf dem Wettschein steht.

Inhalt erstellt vom Team «pokalwetteninfo»