10 Euro Freebet ohne Einzahlung bei Sportwetten

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 17, 2026 · Lizenzangaben geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Eine 10-€-Freebet klingt nach einem Geschenk, das nichts kostet. In der deutschen Sportwettenpraxis ist sie das selten. Wer in Deutschland bei einem lizenzierten Anbieter wettet, findet auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder weder ein Gratisguthaben ohne jede Vorleistung noch eine Wette, bei der der Einsatz der Freebet mit dem Gewinn zurückfließt. Die Werbung, die das suggeriert, kommt fast immer von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis. Wer dort spielt, verzichtet auf den Schutz der Spielersperrsysteme OASIS und LUGAS, auf das verpflichtende Einzahlungslimit und auf die Auszahlungssicherheit über das insolvenzgeschützte Spielerkonto. Diese Seite beschreibt, was eine Freebet im deutschen Recht überhaupt ist, welche Bedingungen die lizenzierten Anbieter an sie knüpfen, wie sich der Wert einer Freebet rechnerisch darstellt und was die GGL-Whitelist über einen Anbieter verrät – und was nicht.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Stapel Euro-Münzen auf einem dunklen Holztisch, seitlich von einer Schreibtischlampe beleuchtet.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.

Der entscheidende Punkt vor jeder weiteren Überlegung: Eine Freebet ist kein Bargeld, kein Bonusgeld und keine Gutschrift, die sich auszahlen ließe, ohne dass sie eingesetzt worden ist. Sie ist ein Wettguthaben, dessen Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückgezahlt wird, das mit einer Mindestquote und meist einer Frist verbunden ist und das nur einmal pro Wette genutzt werden kann. Wer das versteht, versteht auch, warum die Werbung mit „risikofrei“ oder „100 % Bonus“ regelmäßig an den Bedingungen hängenbleibt.

Was eine Freebet ist – und was nicht

Eine Freebet ist ein vom Wettanbieter gestellter Wetteinsatz. Der Anbieter leiht dem Spielenden für eine einzelne Wette 5 €, 10 €, 25 € oder einen anderen Betrag, den er zuvor beworben hat. Gewinnt die Wette, erhält der Spielende den Reingewinn – also die Quote minus 1 multipliziert mit dem Freebet-Einsatz – als auszahlbares Echtgeld. Der Freebet-Einsatz selbst wird nicht ausgezahlt. Das ist der entscheidende Unterschied zu einer Wette, die mit eigenem Geld platziert wird: Bei einer 10-€-Wette zur Quote 2,50 erhält der Spielende im Gewinnfall 25 € zurück, bei einer 10-€-Freebet zur gleichen Quote nur 15 €.

Diese Mechanik hat zwei praktische Folgen. Erstens ist der reale Wert einer Freebet kleiner, als der Nennwert suggeriert. Eine 10-€-Freebet zur Quote 1,90 ist im Erwartungswert deutlich weniger als 10 € wert, weil der Einsatz nicht zurückkommt und die Wette nur eine einzige Chance hat, einen Gewinn zu erzielen. Zweitens lässt sich eine Freebet nicht in beliebig viele kleine Wetten aufteilen. Sie wird für eine konkrete Einzel- oder Kombiwette eingesetzt und verfällt, wenn die Wette nicht innerhalb der vom Anbieter gesetzten Frist platziert wird.

Vom Bonusgeld, wie es etwa Wettstar als 20-€-Guthaben direkt nach der Anmeldung auszahlt, unterscheidet sich die Freebet in einem weiteren Punkt. Bonusgeld ist in der Regel auszahlbar, sobald die Umsatzbedingungen des Anbieters erfüllt sind – also der Bonusbetrag und häufig ein Vielfaches davon zu einer Mindestquote durchgespielt wurden. Bei der Freebet entfallen die Umsatzbedingungen auf den Freebet-Einsatz selbst, weil dieser ohnehin nicht zurückgezahlt wird. Was bleibt, sind die Bedingungen rund um die Freebet: Mindestquote, Marktbeschränkung, Frist, Verbot der Kombination mit anderen Aktionen und das Verbot von Cashout, solange die Wette noch läuft.

Bei allen Werbeversprechen bleibt damit eine einfache Frage: Wann und unter welcher Bedingung zahlt der Anbieter den Reingewinn aus? Steht dort „keine Umsatzbedingungen“, heißt das nicht „kein Risiko“ – es heißt nur, dass der Gewinn nach erfolgreicher Wette ausgezahlt wird, ohne weitere Wetten platzieren zu müssen.

Freebet, Wett-Credits, Freiwette – drei Begriffe für eine Sache

Die Anbieter verwenden unterschiedliche Bezeichnungen für denselben Mechanismus. Bet365 spricht von „Wett-Credits“, die nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben werden. Winamax bewirbt „Freebets“, die ohne Umsatzbedingungen ausgezahlt werden. MERKUR BETS setzt in seinem CLUB-Programm eine „Freebet über 5 €“ für die wöchentliche Aktivität aus. bet-at-home bot im Sommer 2026 eine „10-€-Gratiswette“ auf den Sieger der FIFA WM 2026, die nur für Neukunden galt, die sich über einen Promotion-Link registrierten.

Was die Anbieter gleich behandeln, ist die Mechanik: Der Einsatz wird vom Anbieter gestellt, der Reingewinn ausgezahlt. Was sie unterschiedlich behandeln, sind die Bedingungen. Bei der Gratiswette von bet-at-home gab es keine Umsatzbedingungen auf den Gewinn. Bei der Winamax-Freebet ist die Einzahlung selbst einmal bei einer Mindestquote von 1,05 umzusetzen, bevor eine Auszahlung möglich ist. Bei der MERKUR BETS CLUB-Freebet gilt eine 3-Tage-Frist zur Aktivierung und eine 7-Tage-Frist zur Platzierung, und sie ist nicht für System- oder Mehrwegwetten freigeschaltet.

Diese drei Beispiele zeigen, warum die Werbung mit „Freebet“ allein nicht ausreicht, um die Kosten eines Angebots zu beurteilen. Die Freebet selbst hat in der Regel keinen Umsatz – sie ist mit dem Verzicht auf den Einsatz schon bezahlt. Die Bedingungen liegen in der Einzahlung, in der Mindestquote, in der Frist und in der Frage, ob der Gewinn an weitere Bedingungen geknüpft ist. Wer eine Freebet bewertet, bewertet immer das Gesamtpaket.

Wie viel eine Freebet wert ist – die Rechnung

Eine Freebet ohne Umsatzbedingungen verspricht einen Gewinn, der von der Quote abhängt, zu der sie eingesetzt wird. Der Erwartungswert – also das, was die Freebet bei einer durchschnittlich fairen Wette im Mittel einbringt – hängt von zwei Größen ab: der angebotenen Quote und der Auszahlungsquote des Marktes, auf dem sie platziert wird. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil der Einsätze, den der Buchmacher im Durchschnitt an die Spielenden zurückgibt. Was der Markt nicht auszahlt, ist die Marge des Buchmachers.

Für eine 10-€-Freebet, die zur Quote 1,90 auf einem Zwei-Wege-Markt eingesetzt wird, der ebenfalls zu 1,90 quotiert ist, lässt sich der Wert konkret schätzen. Bei einer angenommenen Auszahlungsquote von 95 % – was 5 % Marge entspricht – gewinnt die Wette in 50 % der Fälle, weil der Markt fair zu 1,90 quotiert ist. Im Gewinnfall erhält der Spielende 19 € anstelle von 9 € Gewinn – die Differenz zwischen Gesamtgewinn und Freebet-Einsatz. Im Verlustfall ist der Freebet-Einsatz weg, ohne dass eigenes Geld riskiert wurde. Der Erwartungswert liegt damit bei rund 4,75 €. Das sind 47,5 % des Nennwerts von 10 €, und das ist der Wert, mit dem ein Anbieter eine Freebet bei realistischer Marktgestaltung im Schnitt subventioniert.

Die Rechnung folgt einer einfachen Logik: Je höher die Quote, desto mehr gewinnt die Freebet im Erfolgsfall, aber desto seltener tritt der Erfolg ein. Bei einer Quote von 3,00 auf einem Drei-Wege-Markt liegt die Trefferquote bei einem fairen Markt bei 33 %, der potenzielle Gewinn bei 20 €, der Erwartungswert sinkt. Bei einer Quote von 1,50 steigt die Trefferquote auf rund 67 %, der Gewinn fällt auf 5 €, der Erwartungswert bleibt in der Größenordnung. Die Freebet belohnt nicht die spekulative Wette, sondern die mittlere, gut kalkulierte Quote.

Diese Mechanik wird von Anbietern gerne verschleiert. Eine 25-€-Freebet zur Mindestquote 1,80 „klingt“ nach einem 25-€-Geschenk; tatsächlich ist sie in der Mehrzahl der Fälle weniger als die Hälfte davon wert, und sie kann ihren Wert nur entfalten, wenn die Wette zur Mindestquote gewinnt. Anbieter, die ihre Freebets ohne Mindestquote anbieten, lassen dem Spielenden die Wahl – und überlassen ihm die Aufgabe, die Quote zu finden, die den höchsten Erwartungswert verspricht.

Was eine Freebet in Deutschland von einer ausländischen unterscheidet

Die Werbung mit „Freebet ohne Einzahlung“ stammt ganz überwiegend von Anbietern, die keine deutsche Erlaubnis haben. Eine kostenlose Wette ohne eigene Einzahlung und ohne Verifizierung ist in Deutschland regulatorisch heikel: Sie umgeht das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat, die OASIS-Sperrdatei und die Pflicht zur Verifizierung mit Ausweisdokument. Wer in Deutschland für eine Freebet ohne Einzahlung wirbt, ohne auf der Whitelist zu stehen, bewegt sich außerhalb der Erlaubnis nach § 4 Abs. 1 GlüStV.

Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie „Platincasino“ gewarnt. Die Warnung gilt sinngemäß für jedes Angebot, das in Deutschland Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis vermittelt. Die Konsequenzen für den Spielenden sind konkret: kein Zugriff auf OASIS, keine Selbstsperre über das nationale System, keine Auszahlungssicherheit über das deutsche Spielerkonto, keine Beschwerdemöglichkeit bei der GGL. Im Streitfall bleibt der Gang vor ein ausländisches Gericht – oder die Forderung vor einem deutschen Zivilgericht, wie sie der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 25. Juli 2024 dem Europäischen Gerichtshof zur Vorabentscheidung vorgelegt hat.

Dort geht es um die Frage, ob ein Anbieter, der in Deutschland Sportwetten ohne Erlaubnis vermittelt hat, verlorene Einsätze zurückzahlen muss. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich bejaht, dass eine Rückzahlungspflicht bestehen kann. Das ist noch keine Entscheidung, aber es ist ein Hinweis darauf, dass die Rechtslage sich auch für Spielende solcher Anbieter ändern kann. Bis dahin bleibt die Empfehlung einfach: Wer in Deutschland wettet, wettet bei einem Anbieter, der auf der GGL-Whitelist steht – und nimmt die Bedingungen in Kauf, die mit dieser Erlaubnis verbunden sind.

Neukundenangebote: Grundlage und Einordnung

Die meisten lizenzierten Anbieter in Deutschland verknüpfen ihren Neukundenbonus mit einer ersten Einzahlung. Das hat einen einfachen Grund: Die Bedingung ist im Glücksspielstaatsvertrag nicht verboten, und sie hilft dem Anbieter, die Verifizierung des Spielenden abzuwarten, bevor er ein Werbeversprechen einlöst. Wer ohne Einzahlung eine Freebet erhalten will, muss entweder eine Aktion außerhalb der Reihe finden – eine Gratiswette auf ein bestimmtes Ereignis wie die WM 2026, eine Aktion im Bestandskundenprogramm – oder mit einem Anbieter spielen, der diese Anreize nicht braucht.

Ein Fußball liegt auf dem Elfmeterpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine Tribüne im Dunst.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Die Werbung mit „bis zu 100 €“ hat bei den meisten Anbietern einen Haken, der in der Mechanik liegt. Bet365 bewirbt „bis zu 100 € in Wett-Credits“, die nach der Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben werden. Wer 100 € einzahlt und 100 € in Wett-Credits erhalten will, muss Wetten im Wert von 100 € platzieren – und erst dann werden die Credits schrittweise freigegeben. Wer 50 € einzahlt, bekommt bis zu 50 €. Der Werbehöchstbetrag ist an die Einzahlung gekoppelt.

Winamax geht einen anderen Weg und verzichtet auf Umsatzbedingungen für die Freebets, knüpft aber die Auszahlung an die Einzahlung. Die Einzahlung muss einmal umgesetzt werden, bei einer Mindestquote von 1,05 und einer Obergrenze der Umsetzung von 100 €. Danach sind Gewinne aus den Freebets ohne weitere Bedingungen auszahlbar. Das ist im deutschen Markt ungewöhnlich großzügig, weil die meisten Anbieter eine fünf- bis siebenfache Umsetzung des Bonusbetrags verlangen.

Tipwin verlangt eine siebenfache Umsetzung von Einzahlung und Bonus zusammen, mit einer Mindestquote von 1,80 je Wettschein und einer Obergrenze von 100 € pro Schein. Wer 100 € einzahlt und 100 € Bonus erhält, muss 1.400 € an Wetten platzieren, um den Bonus auszahlbar zu machen. Bei einer angenommenen Marge von 5 % auf Sportwettenmärkten kostet das im Erwartungswert rund 70 €, ohne dass ein Gewinn aus dem Bonus selbst hinzukommt. Der Bonus ist also nicht „geschenkt“ – er wird über die Marge der Wetten finanziert, die der Spielende während der Umsetzung platziert.

MERKUR BETS hat im Sommer 2024 mit dem „Neukunden-JokerBet“ eine Freebet über 25 € ab einer Ersteinzahlung von 1 € angeboten. Verlor die erste qualifizierende Kombiwette, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet – vorausgesetzt, der Spielende hatte vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ aktiviert. Das ist eine andere Form der Subvention: Der Anbieter erstattet den Verlust, nicht den Einsatz im Gewinnfall. Es ist ein „Joker“ im Wortsinn, kein Geschenk.

Wettstar verbindet einen 20-€-Bonus nach Anmeldung mit einem Einzahlungsbonus von 100 % bis 20 €. Beide Bonusbeträge sind nicht auszahlbar – sie müssen vor einer Auszahlung fünfmal in Wetten umgesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen. Danach verfällt der Bonus. Die Mindesteinzahlung für den Einzahlungsbonus liegt bei 1 € – das ist niedrig, aber die Umsatzanforderung macht den Bonus insgesamt zu einem kleinen, zeitlich befristeten Vorteil.

Interwetten erlaubt Cashout nur eingeschränkt: für Freebets und Bonusgeld ist Cashout nicht verfügbar, und Cashout kann laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktiviert werden. Das ist keine Besonderheit, aber eine Erinnerung daran, dass die Werbung mit „voller Flexibilität“ an den Bedingungen hängenbleibt.

Diese Aufzählung ließe sich fortsetzen. Sie zeigt vor allem eines: Die Bedingungen sind so unterschiedlich wie die Anbieter, und die Freebet selbst ist nur ein Element eines Pakets, das aus Einzahlung, Umsatz, Mindestquote, Frist und Marktbeschränkung besteht. Wer die Freebet bewertet, bewertet das Paket.

Die Rechtslage für Freebets in Deutschland

Eine Freebet ist im Glücksspielstaatsvertrag nicht ausdrücklich geregelt. Der Vertrag enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus in seiner Höhe, seiner Umsetzung oder seiner Mindestquote beschränkt. Was er regelt, sind die Rahmenbedingungen, unter denen ein Anbieter überhaupt werben und Boni anbieten darf: die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, die Werbebeschränkungen des § 5 und die Pflicht zur Spielersperre nach §§ 8, 8a.

Eine Waage aus Messing und ein geschlossener Aktenordner ohne Beschriftung stehen auf einem polierten Schreibtisch vor einem Fenster.
Als Anbieter von Betano führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Das bedeutet in der Praxis: Jeder Anbieter auf der Whitelist darf Freebets, Boni und Aktionen anbieten, soweit sie nicht gegen die Werbebeschränkungen verstoßen. Für Sportwetten gilt das Verbot von Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung des betroffenen Ereignisses auf demselben Kanal, das Verbot von Werbung mit aktiven Sportlern und Funktionären sowie das Verbot von Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Die Freebet selbst ist von diesen Verboten nicht betroffen – sie ist ein Anreiz, kein Medium.

Eine Freebet ohne Einzahlung ist im Glücksspielstaatsvertrag ebenfalls nicht verboten. Sie ist aber in der Praxis selten, weil sie das Ziel der Regulierung unterläuft: Die Verifizierung des Spielenden, die Einzahlungsobergrenze und die Sperrdatei sollen den Einstieg in das Glücksspiel kontrollieren. Eine Freebet ohne Einzahlung und ohne Verifizierung wäre ein Schlupfloch. Anbieter, die in Deutschland lizenziert sind, schließen es, indem sie die Freebet an die Verifizierung und oft an die erste Einzahlung binden.

Anders sieht es bei Anbietern aus, die in Deutschland nicht lizenziert sind. Sie unterliegen keiner der genannten Regeln. Sie werben mit „10 € Freebet ohne Einzahlung“, weil sie damit Spielende anziehen, die der deutschen Regulierung aus dem Weg gehen wollen – sei es, weil sie mehr als 1.000 € im Monat einzahlen wollen, sei es, weil sie sich selbst nicht über OASIS sperren lassen wollen. Beide Beweggründe stehen dem Schutzgedanken des Glücksspielstaatsvertrags entgegen. Die GGL warnt vor solchen Angeboten, weil sie den Spielenden in ein Umfeld bringen, in dem weder die deutsche Aufsicht noch die deutschen Schutzregeln greifen.

Die Frage, ob die Freebet bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ausgezahlt wird, ist eine Frage des Anbieters und nicht des Rechts. Die Auszahlung selbst ist Vertragssache zwischen Spielendem und Anbieter; das Glücksspielrecht reguliert das Angebot, nicht den einzelnen Vertrag. Was im Konfliktfall bleibt, ist der zivilrechtliche Weg vor einem deutschen Gericht – und der hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen, wie der Fall zeigt, den der BGH dem EuGH vorgelegt hat.

Einzahlungslimit, Verifizierung und Sperrdatei – die Spielerschutzregeln

Eine Freebet ändert nichts an den Spielerschutzregeln des Glücksspielstaatsvertrags. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt, eine Verifizierung mit Ausweisdokument ist vor jeder Auszahlung Pflicht, und das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt unabhängig davon, ob eine Freebet im Spiel ist. Das Limit wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt, die alle Anbieter miteinander verbindet. Wer bei einem Anbieter 1.000 € im Monat einzahlt, kann bei keinem anderen Anbieter desselben Monats weitere Einzahlungen vornehmen.

Vor der Verifizierung gilt eine Übergangsfrist von 72 Stunden, in der der Spielende mit einem Limit von 100 € spielen und keine Auszahlung vornehmen kann. Wer in dieser Frist eine Freebet erhält, kann den Gewinn daraus erst nach der Verifizierung ausgezahlt bekommen. Bei den meisten Anbietern ist die Verifizierung in wenigen Minuten erledigt, sofern der Personalausweis vorliegt und die Anschrift durch ein zweites Dokument bestätigt wird.

OASIS ist die zentrale Sperrdatei. Anbieter prüfen bei Registrierung und bei jedem Login, ob eine Sperre vorliegt. Eine Selbstsperre, die der Spielende selbst beantragt, dauert mindestens 3 Monate, wenn eine Frist angegeben wird, sonst mindestens 1 Jahr. Wer gesperrt ist, kann keine Freebet erhalten und keine Wette platzieren. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus – auch wenn keine OASIS-Sperre vorliegt.

Parallel spielende Konten sind verboten (§ 6h, Aktivitätsdatei). Wer versucht, das Einzahlungslimit zu umgehen, indem er bei mehreren Anbietern gleichzeitig spielt, verstößt gegen die Spielregeln und riskiert die Schließung aller Konten sowie die Auszahlung des Restguthabens. Die Freebet steht in diesem Fall nicht zur Auszahlung bereit, weil die Voraussetzungen für ihre Nutzung nicht mehr gegeben sind.

Werbung, „ohne OASIS“ und das Versprechen der Anonymität

Die Werbung mit „Freebet ohne OASIS“ zielt auf Spielende, die eine Sperre umgehen wollen. Das ist das direkte Gegenteil dessen, was OASIS leisten soll: OASIS schützt den Spielenden vor sich selbst, indem es den Zugang zu allen lizenzierten Anbietern sperrt, sobald eine Sperre eingetragen ist. Wer „ohne OASIS“ wirbt, wirbt für ein Angebot, das diese Schutzfunktion nicht anbietet – entweder, weil der Anbieter nicht in Deutschland lizenziert ist und daher nicht an OASIS angeschlossen ist, oder weil er die Sperre bewusst umgeht.

Beide Fälle sind problematisch. Im ersten Fall fehlt dem Spielenden der Zugang zu einem Werkzeug, das ihm helfen soll, sein Spielverhalten zu kontrollieren. Im zweiten Fall macht sich der Anbieter strafbar, weil die Vermittlung von Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis nach § 4 Abs. 1 GlüStV verboten ist. Die Strafen reichen von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren für die Organisatoren; für die Werbung selbst ist eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vorgesehen.

Für Spielende, die sich selbst über OASIS gesperrt haben, ist die Werbung mit „ohne OASIS“ ein direkter Versuch, sie aus der Sperre zu locken. Die Frage, ob das strafbar ist, hängt von der Ausgestaltung des Einzelfalls ab. Was sicher ist: Die Sperre gilt für alle lizenzierten Anbieter in Deutschland, und ein Wechsel zu einem nicht lizenzierten Anbieter löst das Problem nicht, sondern verlagert es.

Die Sportwettensteuer und ihre Auswirkung auf die Freebet

Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 16-25 RennwLottG 5,3 % des Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“. Das sind 5,3 % von 94,7 % des Einsatzes, also rund 5,03 % des Einsatzes. Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spielenden. Ob und wie der Anbieter sie an die Spielenden weitergibt, entscheidet der Anbieter allein.

In der Praxis bedeutet das: Einige Anbieter ziehen die Steuer vom Gewinn ab, andere vom Einsatz, andere schließen sie in die Quote ein. Bei einer Freebet, deren Gewinn ohnehin nicht den Einsatz enthält, ist die Frage nach der Steuer eine Frage nach dem Nettogewinn. Zahlt der Anbieter die Steuer aus der Quote, schmälert sie den Gewinn. Zieht er sie vom Gewinn ab, schmälert sie den Gewinn ebenfalls. Die Auszahlung an den Spielenden ist in beiden Fällen niedriger als der Bruttogewinn.

Die Werbung mit „steuerfreien Gewinnen“ bezieht sich auf die persönliche Einkommensteuer des Spielenden, nicht auf die Sportwettensteuer. Gewinne aus Sportwetten sind in Deutschland nicht einkommensteuerpflichtig, solange sie nicht zu einer gewerblichen Tätigkeit gehören. Die Sportwettensteuer ist eine andere Steuer, die der Anbieter schuldet. Die Werbung verwechselt beides gelegentlich.

Übersicht: Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis

Die folgende Tabelle führt zehn Anbieter auf, die auf der Whitelist der GGL mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Sie ist eine Übersicht, keine Empfehlung. Die Bedingungen der einzelnen Angebote sind in den Abschnitten darunter beschrieben.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Betano Whitelist GGL – Inhaber: Betkick Sportsbetting Limited, San Ġiljan, Malta 19.02.2021
Sportingbet Whitelist GGL – Inhaber: Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Wettarena Whitelist GGL – Inhaber: I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta 09.10.2020
Winamax Whitelist GGL – Inhaber: WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
NEO.bet Whitelist GGL – Inhaber: Greenvest Betting Limited 09.10.2020
AdmiralBet Whitelist GGL – Inhaber: Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Interwetten Whitelist GGL – Inhaber: Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
bet-at-home Whitelist GGL – Inhaber: Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Tipico Whitelist GGL – Inhaber: Tipico Co. Limited, San Ġiljan, Malta 09.10.2020
MERKUR BETS Whitelist GGL – Inhaber: Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023

Die Whitelist führt für jeden Anbieter das Datum der Ersterlaubnis und, soweit vorhanden, das Datum einer Folgeerlaubnis. Ein Enddatum trägt die Liste nicht. Die erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; die Folgeerlaubnis setzt diese Frist neu an. Wer auf der Whitelist steht, hat eine gültige Erlaubnis – das ist die einzige Aussage, die die Liste zuverlässig macht. Welche Boni, Quoten und Funktionen ein Anbieter anbietet, steht in seinen AGB, nicht in der Whitelist.

Betano – solider Marktumfang, schmale Freebet-Praxis

Betano wird auf der Whitelist der GGL unter der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Ġiljan, Malta geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 19. Februar 2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Das Angebot umfasst ein breites Wettprogramm mit dem Schwerpunkt auf Fußball, Tennis und Basketball, dazu Live-Wetten und eine Cashout-Funktion.

Die Freebet-Praxis bei Betano folgt dem Standard der Branche: Eine 10-€-Freebet ohne Einzahlung ist im aktuellen Programm nicht zu finden. Der Neukundenbonus ist an die erste Einzahlung gebunden, die Höhe variiert je nach Aktion. Wer auf eine Freebet ohne Einzahlung setzt, wird bei Betano nicht fündig – und das ist kein Sonderfall, sondern der Regelfall im deutschen Markt.

Für Spielende, die einen lizenzierten Anbieter mit breitem Wettprogramm suchen und bereit sind, eine erste Einzahlung zu leisten, ist Betano eine solide Wahl. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, ist hier falsch – und sollte sich fragen, warum ein Anbieter, der dieses Versprechen macht, nicht auf der Whitelist steht.

Sportingbet – Cashout nur eingeschränkt

Sportingbet gehört zur Entain-Gruppe und wird auf der Whitelist unter der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt. Die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Das Wettprogramm ist umfangreich, die Live-Wetten sind gut ausgebaut, die Quoten bewegen sich im Mittelfeld des Marktes.

Bei Sportingbet ist Cashout nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei Wetten, die mit einer FreeBet platziert wurden. Der Cashout-Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach der Auswertung der Wette gutgeschrieben. Für Spielende, die ihre Wette mit einer Freebet absichern wollten, ist das eine Einschränkung, die in den Werbematerialien selten erwähnt wird.

Die Freebet-Praxis bei Sportingbet folgt dem Branchenstandard: Eine Freebet ohne Einzahlung gibt es im aktuellen Programm nicht. Der Bonus ist an die erste Einzahlung gebunden, die genauen Bedingungen stehen in den AGB. Für Spielende, die ein vollständiges Wettangebot mit Live-Wetten und Kombiboost suchen, ist Sportingbot eine Option. Wer eine Freebet ohne Einzahlung erwartet, wird auch hier nicht fündig.

Wettarena – schmales Programm, klare Struktur

Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, angeboten. Die Whitelist führt die Marke mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Das Wettprogramm ist schmaler als bei den großen Anbietern, konzentriert sich auf die deutschen Ligen und die internationalen Top-Ligen.

Die Freebet-Praxis bei Wettarena ist zurückhaltend. Das Angebot richtet sich an Spielende, die gezielt auf wenige Märkte wetten und keine große Auswahl brauchen. Ein Gratisguthaben ohne Einzahlung ist bei diesem Anbieter nicht Teil des Bonusprogramms. Wer einen Anbieter mit klarer Struktur und deutschem Fokus sucht, ist bei Wettarena richtig. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, ist es nicht.

Winamax – großzügige Freebet, klare Bedingungen

Winamax ist der Anbieter mit der für den deutschen Markt ungewöhnlichsten Freebet-Mechanik. Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze von 100 € und einer Mindestquote von 1,05.

Was das praktisch bedeutet: Wer 100 € einzahlt, erhält 100 € in Freebets, die ohne weitere Bedingungen ausgezahlt werden, sobald die Einzahlung einmal zu einer Quote von mindestens 1,05 umgesetzt wurde. Wer weniger einzahlt, erhält weniger Freebets. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung, weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto.

Die Großzügigkeit hat einen Preis: Winamax verlangt die Verifizierung vor der Auszahlung, was bei allen lizenzierten Anbietern Standard ist. Die Mindestquote von 1,05 ist niedrig – fast jede Wettoption erfüllt sie. Wer das Angebot versteht, kann daraus einen ehrlichen Vorteil ziehen. Wer die Mechanik nicht versteht, läuft Gefahr, die Freebets zu verlieren, weil die Einzahlung nicht innerhalb der Frist umgesetzt wurde. Cashout ist bei Winamax für Freebets ebenfalls ausgeschlossen.

Für Spielende, die einen lizenzierten Anbieter mit transparenten Bedingungen suchen und bereit sind, die Einzahlung einmal umzusetzen, ist Winamax die beste Wahl im deutschen Markt. Für Spielende, die eine Freebet ohne Einzahlung erwarten, ist Winamax ebenfalls falsch – aber die Werbung, die das suggeriert, kommt nicht von Winamax.

NEO.bet – Neukundenbonus mit klarer Struktur

NEO.bet wird auf der Whitelist unter der Greenvest Betting Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Das Wettprogramm ist breit, die Quoten liegen im Mittelfeld, die Live-Wetten sind solide.

Die Freebet-Praxis bei NEO.bet folgt dem Standard: Eine Freebet ohne Einzahlung ist nicht im Programm. Der Neukundenbonus ist an die erste Einzahlung gebunden, die genauen Bedingungen stehen in den AGB. Für Spielende, die einen soliden Anbieter mit breitem Wettprogramm suchen, ist NEO.bet eine Option. Wer eine Freebet ohne Einzahlung erwartet, wird auch hier nicht fündig.

AdmiralBet – österreichische Wurzeln, deutsche Erlaubnis

AdmiralBet gehört zur Novomatic-Gruppe und wird auf der Whitelist unter der Greentube Betting Malta Limited geführt. Die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Zusätzlich besteht eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem 28. September 2022 – das ist eine andere Erlaubnis, die das Sportwettenangebot nicht berührt.

Die Freebet-Praxis bei AdmiralBet ist zurückhaltend. Eine 10-€-Freebet ohne Einzahlung ist im Programm nicht zu finden. Der Neukundenbonus ist an die erste Einzahlung gebunden, die genauen Bedingungen stehen in den AGB. Für Spielende, die einen Anbieter aus dem österreichischen Raum mit deutscher Erlaubnis suchen, ist AdmiralBet eine Option. Wer eine Freebet ohne Einzahlung erwartet, ist auch hier falsch.

Interwetten – Cashout eingeschränkt, Freebet-Bedingungen streng

Interwetten wird auf der Whitelist unter der Interwetten Gaming Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 2. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld.

Bei Interwetten ist Cashout laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufbar oder deaktivierbar. Für Freebets und Bonusgeld ist Cashout nicht verfügbar. Das bedeutet: Eine mit Freebet platzierte Wette lässt sich bei Interwetten nicht vorzeitig beenden. Wer auf die Möglichkeit des Cashout setzt, um eine Freebet abzusichern, hat bei Interwetten diese Option nicht.

Eine 10-€-Freebet ohne Einzahlung ist im Programm nicht zu finden. Der Neukundenbonus ist an die erste Einzahlung gebunden. Für Spielende, die einen Anbieter mit Cashout suchen, ist Interwetten weniger geeignet. Für Spielende, die einen soliden Anbieter mit deutscher Erlaubnis suchen und auf Cashout verzichten können, ist Interwetten eine Option.

bet-at-home – die Ausnahme: Gratiswette zur WM 2026

bet-at-home hat im Sommer 2026 eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 angeboten – für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten. Die Wette musste bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platziert werden. Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Das ist die Ausnahme im deutschen Markt: eine echte Freebet ohne Einzahlung, an ein konkretes Ereignis gebunden, mit klarer Frist.

Die Ausnahme bestätigt die Regel. bet-at-home ist auf der Whitelist der GGL unter der Bet-at-home.com Internet Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 2. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Das Angebot war eine befristete Aktion, kein dauerhaftes Programm. Wer im Sommer 2026 nicht zugesagt hat, hat die Aktion verpasst.

Für Spielende, die eine Freebet ohne Einzahlung suchen, zeigt bet-at-home, dass es sie gibt – aber selten, an ein Ereignis gebunden und mit klarer Frist. Wer auf eine dauerhafte Freebet ohne Einzahlung wartet, wartet vermutlich auf etwas, das der deutsche Markt nicht hergibt.

Tipico – der Standardfall mit bekannter Rechtsfrage

Tipico wird auf der Whitelist unter der Tipico Co. Limited mit Sitz in San Ġiljan, Malta, geführt. Die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Das Wettprogramm ist eines der breitesten im deutschen Markt, die Marke ist stark frequentiert.

Die Freebet-Praxis bei Tipico folgt dem Standard: Eine 10-€-Freebet ohne Einzahlung ist im Programm nicht zu finden. Die Marke ist auch Gegenstand des Verfahrens vor dem BGH, in dem es um die Rückzahlung verlorener Einsätze aus den Jahren 2013 bis 2018 geht, also um Wetten, die in der Zeit vor der aktuellen Erlaubnis platziert wurden.

Für Spielende, die einen Anbieter mit breitem Wettprogramm und starker Markenpräsenz suchen, ist Tipico eine Option. Für die Frage, ob Tipico auch ohne deutsche Erlaubnis vermittelte Wetten zurückzahlen muss, ist der Ausgang des Verfahrens vor dem EuGH abzuwarten. Die Schlussanträge des Generalanwalts vom 19. März 2026 deuten darauf hin, dass eine Rückzahlung grundsätzlich möglich ist.

MERKUR BETS – Freebet-Aktionen für Bestandskunden

MERKUR BETS ist auf der Whitelist der GGL unter der Merkur Bets Malta Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 6. November 2023 – der jüngste Anbieter in dieser Übersicht. Das Wettprogramm ist solide, die Freebet-Praxis ist für Bestandskunden ausgeprägter als für Neukunden.

Der MERKUR BETS CLUB schüttete vom 9. Juni 2025 bis 14. Juli 2025 für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus. Die Freebet musste innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfiel, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wurde. Sie galt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten waren nicht zulässig.

Im Neukundenbereich bot MERKUR BETS laut Mitteilung vom 14. Oktober 2024 bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 € an; verlor die erste qualifizierende Kombiwette, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich; bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Der Kombi-Boost von MERKUR BETS gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn, mit einer Mindestquote je Auswahl von 1,21.

Für Spielende, die regelmäßig Kombiwetten platzieren und vom CLUB-Programm profitieren wollen, ist MERKUR BETS eine Option. Für Spielende, die eine 10-€-Freebet ohne Einzahlung suchen, ist MERKUR BETS im aktuellen Programm nicht der Anbieter – aber die Mechanik der Bestandskunden-Freebet zeigt, wie ein Anbieter Freebets sinnvoll in ein laufendes Programm einbauen kann.

Was die Werbung mit „ohne Einzahlung“ wirklich bedeutet

Die Werbung mit „10 € Freebet ohne Einzahlung“ hat im deutschen Markt zwei mögliche Bedeutungen. Die erste ist die Aktion, wie sie bet-at-home zur WM 2026 durchgeführt hat: eine befristete Gratiswette auf ein konkretes Ereignis, mit klarer Frist, ohne eigene Einzahlung. Diese Aktionen gibt es, sie sind selten und sie sind an ein Ereignis gebunden.

Die zweite Bedeutung ist die Werbung von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis. Sie versprechen eine Freebet ohne Einzahlung, weil sie keine deutsche Aufsicht fürchten müssen. Sie fragen nicht nach dem Einzahlungslimit, sie prüfen OASIS nicht, sie verlangen keine Verifizierung vor der Auszahlung. Sie nehmen das Geld entgegen und zahlen es – im günstigsten Fall – auch aus. Im weniger günstigen Fall verweigern sie die Auszahlung, ändern die Quoten kurz vor Spielbeginn oder schließen das Konto ohne Begründung.

Die Frage, die sich jeder Spielende stellen sollte, lautet: Warum sollte ein Anbieter, der keine Erlaubnis in Deutschland hat, mir 10 € schenken? Die Antwort ist fast immer: Weil die Einzahlung, die danach kommen soll, der eigentliche Geschäftszweck ist. Die Freebet ist der Köder, nicht das Geschenk.

Die Rolle der Werbebeschränkungen

Der Glücksspielstaatsvertrag beschränkt die Werbung für Sportwetten in § 5. Verboten ist Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung des betroffenen Ereignisses auf demselben Kanal, Werbung mit aktiven Sportlern und Funktionären sowie Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Die Freebet selbst ist von diesen Verboten nicht betroffen – sie ist ein Anreiz, kein Medium.

Die 6:00-21:00-Uhr-Beschränkung des § 5 Abs. 3 Satz 1 gilt für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten. Ein Anbieter darf also auch am helllichten Tag eine Sportwetten-Freebet bewerben, solange er die anderen Regeln einhält. Die Freebet-Werbung konzentriert sich auf Sportübertragungen und auf die Pausen dazwischen – genau die Zeitfenster, in denen Sportwetten ohnehin eine hohe Aufmerksamkeit genießen.

Die Werbung mit „100 % Bonus“ ist im Sportwettenbereich erlaubt, solange die Bedingungen klar genannt werden. Die Aufsicht durch die GGL achtet darauf, dass die Werbung nicht in die Irre führt. Eine Werbung, die eine Freebet ohne Einzahlung verspricht und sie dann an eine Einzahlung knüpft, wäre irreführend. Eine Werbung, die eine Freebet ohne Einzahlung verspricht und sie auch ohne Einzahlung gewährt, ist im deutschen Markt selten – und an klare Bedingungen gebunden.

Wie ein Leser eine Freebet bewertet

Die Bewertung einer Freebet folgt einer einfachen Logik. Erstens: Was ist der Nennwert? Eine 10-€-Freebet verspricht 10 € Einsatz, die der Anbieter stellt. Zweitens: Welche Quote verlangt der Anbieter? Eine Mindestquote von 1,80 schränkt die Auswahl ein, eine Mindestquote von 1,05 lässt sie offen. Drittens: Wie lange gilt die Freebet? Eine 7-Tage-Frist ist üblich, eine 3-Tage-Frist zur Aktivierung zusätzlich ist möglich. Viertens: Was geschieht mit dem Gewinn? Wird er ausgezahlt, sobald die Wette gewonnen ist, oder unterliegt er weiteren Umsatzbedingungen?

Wer diese vier Punkte kennt, kann den Wert einer Freebet schätzen. Eine 10-€-Freebet mit 1,05-Mindestquote und ohne Umsatz auf den Gewinn ist bei einer angenommenen Marge von 5 % rund 4,75 € wert. Eine 10-€-Freebet mit 1,80-Mindestquote und ohne Umsatz auf den Gewinn ist bei der gleichen Marge und einer 50-%-Trefferquote weniger wert, weil die Quote höher und die Auswahl kleiner ist. Die Mechanik ist immer dieselbe, die Bedingungen machen den Unterschied.

Was der EuGH entscheiden könnte

Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht, die mit Anbietern ohne deutsche Erlaubnis geschlossen wurden. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich bejaht, dass eine Rückzahlungspflicht bestehen kann, mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Die Entscheidung des EuGH steht aus. Sie wird die Rechtslage für Spielende verändern, die in der Vergangenheit bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis gespielt haben. Sie wird nicht die Frage beantworten, ob eine Freebet ohne Einzahlung ausgezahlt werden muss – das ist eine Frage des Vertrags zwischen Spielendem und Anbieter. Sie wird aber die Frage beantworten, ob ein Anbieter, der in Deutschland ohne Erlaubnis Sportwetten vermittelt hat, für die Verluste der Spielenden haftet.

Für die Bewertung einer Freebet im deutschen Markt bedeutet die anhängige Entscheidung vor allem eines: Die Rechtslage ist im Fluss, und wer in Deutschland wettet, tut es am besten bei einem Anbieter, der auf der Whitelist steht.

Was sich aus den Bedingungen der Anbieter ableiten lässt

Die Bedingungen der zehn Anbieter in dieser Übersicht lassen sich in drei Gruppen ordnen. Die erste Gruppe sind Anbieter mit klassischem Einzahlungsbonus: Betano, Sportingbet, Wettarena, NEO.bet, AdmiralBet, Interwetten, bet-at-home und Tipico. Sie alle binden den Bonus an die erste Einzahlung, die genauen Bedingungen variieren.

Die zweite Gruppe sind Anbieter mit transparenter Freebet-Praxis: Winamax mit seinem Freebet-Willkommensangebot und MERKUR BETS mit seinem CLUB-Programm und dem Neukunden-JokerBet. Sie zeigen, wie eine Freebet im deutschen Markt aussehen kann, ohne dass der Spielende sich durch komplizierte Umsatzbedingungen kämpfen muss.

Die dritte Gruppe sind Anbieter, die eine echte Freebet ohne Einzahlung anbieten: bet-at-home mit seiner Gratiswette zur WM 2026. Sie sind die Ausnahme, ihre Angebote sind befristet und an Ereignisse gebunden.

Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, sollte die dritte Gruppe im Auge behalten – und akzeptieren, dass es sie selten gibt. Wer eine Freebet mit Einzahlung sucht, hat in der ersten und zweiten Gruppe eine breite Auswahl. Wer eine Freebet bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sucht, sollte die Frage nach dem Warum stellen.

Häufige Fragen

Was ist eine Freebet, und worin unterscheidet sie sich von Bonusgeld?

Eine Freebet ist ein vom Wettanbieter gestellter Wetteinsatz, der bei einem Gewinn nicht zurückgezahlt wird. Der Spielende erhält nur den Reingewinn ausgezahlt, nicht den Freebet-Einsatz. Bonusgeld ist ein Echtgeld-Guthaben, das an Umsatzbedingungen geknüpft ist und nach Erfüllung ausgezahlt wird – einschließlich des Bonusbetrags. Bei der Freebet entfällt die Umsatzbedingung auf den Einsatz, weil der Einsatz ohnehin nicht ausgezahlt wird.

Wird der Einsatz einer Freebet bei einem Gewinn mit ausgezahlt?

Nein. Der Freebet-Einsatz wird vom Anbieter gestellt und verfällt nach der Wettauswertung. Der Spielende erhält nur den Reingewinn – also die Quote minus 1 multipliziert mit dem Freebet-Einsatz – als auszahlbares Echtgeld. Bei einer 10-€-Freebet zur Quote 2,50 sind das 15 € Auszahlung, nicht 25 €. Diese Mechanik unterscheidet die Freebet von einer Wette mit eigenem Geld.

Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland tatsächlich Freebets ohne vorherige Einzahlung?

Selten und nur als befristete Aktion. bet-at-home hat im Sommer 2026 eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 angeboten, die an eine Registrierung über einen Promotion-Link und eine klare Frist gebunden war. Dauerhafte Freebets ohne Einzahlung sind im deutschen Markt nicht zu finden, weil sie das Einzahlungslimit und die Verifizierungspflicht unterlaufen würden.

Welche Rolle spielen Mindestquote und Umsatzbedingungen, bevor Gewinne aus einer Freebet ausgezahlt werden?

Die Mindestquote bestimmt, zu welcher Quote die Freebet eingesetzt werden muss. Eine Mindestquote von 1,05 lässt praktisch jede Wette zu, eine Mindestquote von 1,80 schränkt die Auswahl ein. Umsatzbedingungen betreffen entweder den Gewinn aus der Freebet (selten, weil die Freebet selbst keinen Umsatz hat) oder die Einzahlung, die für die Auszahlung erforderlich ist (häufig, etwa bei Winamax mit einmaligem Umsatz der Einzahlung bei Quote 1,05).

Was bedeutet der Zusatz „ohne OASIS“ bei Freebet-Angeboten, und welche Folgen hat er für den Spielerschutz?

OASIS ist die zentrale Sperrdatei für Spielende in Deutschland. Anbieter auf der Whitelist prüfen bei Registrierung und Login, ob eine Sperre vorliegt. Die Werbung mit „ohne OASIS“ zielt auf Spielende, die diese Sperre umgehen wollen, und kommt fast ausschließlich von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis. Wer dort spielt, verzichtet auf den Schutz der Sperrdatei, des Einzahlungslimits und der Auszahlungssicherheit über das deutsche Spielerkonto.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Gewinn einer Freebet aus?

Die Sportwettensteuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spielenden. Ob und wie der Anbieter sie an die Spielenden weitergibt, entscheidet der Anbieter. Bei einer Freebet, deren Gewinn ohnehin nicht den Einsatz enthält, schmälert die Steuer den ausgezahlten Betrag – entweder durch eine niedrigere Quote oder durch einen Abzug vom Gewinn. Die persönliche Einkommensteuer fällt auf Sportwettengewinne nicht an, solange es sich nicht um eine gewerbliche Tätigkeit handelt.

Inhalt erstellt vom Team «pokalwetteninfo»